Das Wichtigste in Kürze
Kaffee aus Guatemala erzählt die Geschichte von zwölf Frauen, ihrer Kooperative und einer besonderen Kaffeeherkunft in Huehuetenango. Der Bio-Kaffee Single Origin aus Guatemala verbindet nachvollziehbare Herkunft, sorgfältige Verarbeitung und die Arbeit der Produzentinnen.
- Der Café de Mujeres aus Santo Domingo in Huehuetenango stammt aus den Parzellen von zwölf namentlich dokumentierten Produzentinnen.
- Die Kaffeefarmen liegen auf 1.700 bis 1.900 Metern Höhe und werden unter anderem mit den Arabica-Varietäten Catuaí, Caturra, Bourbon und Pache bewirtschaftet.
- Der Kaffee wird von Hand geerntet, gewaschen aufbereitet und natürlich in der Sonne und an der frischen Luft getrocknet.
- Biozertifizierung, Fairtrade-Strukturen und die dokumentierte Erzeugung als Frauenkaffee machen die Herkunft und die Wertschöpfung nachvollziehbarer.
Nachhaltigkeit neu gedacht: Wo 12 Frauen ihrem Kaffee ein Gesicht geben
„Nachhaltig“ ist eines der Wörter, die auf zahlreichen Kaffeeverpackungen stehen und schnell selbstverständlich wirken. „Bio“, „fair“ und „verantwortungsvoll“ sind Begriffe, die Orientierung geben sollen und gleichzeitig immer häufiger die Frage aufwerfen, was tatsächlich hinter ihnen steckt. Wer hat diesen Kaffee angebaut? Wo genau wächst er und was bedeutet Nachhaltigkeit für die Menschen, deren Arbeit am Anfang dieser langen Reise steht?
Beim Café de Mujeres aus Huehuetenango beginnt die Antwort nicht mit einem Siegel, sondern mit zwölf Namen:
- Orfa Constanza Cobón
- Oralia Esperanza Rivas Roldán
- Sara Maribel Lucas Velásquez
- Deris Yomari Samayoa Constanza
- Silvia Maribel Roldán Martínez
- Silvestra Rivas Martínez
- Martina Bernardo Carrillo
- Jennifer Ceidy Martín Bernardo
- Juana Yaneth Martín Bernardo
- Olga Esperanza Martín Hernández
- María Ludivina Martín Hernández
- Estela Díaz Martín
Diese Frauen gehören zu den Produzentinnen des Lots CDM25-1 aus Santo Domingo in der Gemeinde La Libertad und sind das Herzstück dieses Kaffees. Ihre Namen machen etwas sichtbar, das bei Kaffee oft leicht verloren geht: Zwischen dem Ursprung einer Kaffeebohne und dem Menschen, der sie später genießt, liegen nicht nur tausende Kilometer, sondern auch die Arbeit vieler Menschen.
Bei diesem Kaffee bleibt diese Arbeit nicht anonym. Diese 12 Frauen bewirtschaften ihre Parzellen und engagieren sich in der Kooperative – als Produzentinnen, als Führungskräfte und als Trägerinnen einer Tradition. Ihre Arbeit wird über eine eigene FECCEG-Fairtrade-Zertifizierung als von Frauen erzeugter Kaffee sichtbar und nachvollziehbar gemacht.
Das ist mehr als eine schöne Geschichte für eine Kaffeeverpackung. Es ist eine konkrete Verbindung zwischen einem Produkt und den Menschen, die an seinem Ursprung stehen. Bevor wir nun jedoch über Aromen, Röstung oder die fertige Tasse Kaffee sprechen, lohnt es sich, dorthin zu reisen, wo diese Geschichte beginnt: nach Santo Domingo, hoch hinaus nach Huehuetenango.

Santo Domingo: Wo Kaffee zwischen Bergen und Wald wächst
Wer sich Guatemala als tropisches Land mit dichtem Grün, Hitze und Vulkanlandschaften vorstellt, entdeckt in Huehuetenango eine andere Seite des Landes. In den Landschaften der Gemeinde La Libertad, rund um das Dorf Santo Domingo in Huehuetenango, treffen drei Ökosysteme aufeinander: sehr feuchte, warme subtropische Wälder, feucht-gemäßigte subtropische Wälder und feuchte untere Bergwälder. Bäche wie Naranjo, Cenegal, Limar und Jute durchziehen die Landschaft von La Libertad und bewässern die Felder seit Generationen.
Kaffee ist die Seele der Region: Er bedeckt rund 35 Prozent des Gebiets und wird durch Bananen, Mais, Bohnen, Nance und Zitrusfrüchte ergänzt. Mittendrin liegen die Kaffeefarmen der Produzentinnen dieses Lots. Ihre Parzellen befinden sich auf 1.700 bis 1.900 Metern über dem Meeresspiegel. Dort wachsen auf fruchtbaren Böden die Arabica-Varietäten Catuaí, Caturra, Bourbon und Pache.
Der Kaffee wird als SHB – Strictly Hard Bean klassifiziert. Diese Bezeichnung steht für Kaffee aus hohen Anbaulagen: Durch die kühleren Bedingungen reifen die Kaffeekirschen langsamer. So entwickeln die Bohnen ein einzigartig vielschichtiges und elegantes Tassenprofil.

Santo Domingo ist mehr als ein Punkt auf der Landkarte. Es ist ein Ort der Geschichte, der Widerstandskraft und der Chancen – geprägt von der Kraft seiner Menschen und ganz besonders von den Frauen, die den Kaffee anbauen, ihre Haushalte führen und mit ihrer Arbeit ein gerechteres Leben für ihre Familien erkämpfen.
Kaffee prägt die landwirtschaftliche Kultur von La Libertad seit Langem und ist damit ein wesentlicher Teil des Lebens vor Ort. Genau diese Verbindung macht einen Single-Origin-Kaffee so spannend: Herkunft ist keine bloße Länderangabe. Sie ist ein konkreter Ort, eine Höhenlage, ein bestimmtes Klima, eine Landschaft – und die Menschen, die mit Erfahrung und Sorgfalt unter diesen Bedingungen arbeiten.
Wenn eine Kaffeefarm zur Lebensgrundlage wird
Kaffee ist in Huehuetenango nicht nur eine Pflanze, die auf den Feldern wächst. Für die Familien, die ihn anbauen, ist er eine wirtschaftliche Grundlage. Deshalb erzählt die Geschichte dieses Kaffees auch von der Frage, welche Möglichkeiten Menschen haben, ihre Arbeit selbst zu gestalten.
Ein wichtiger Teil dieser Geschichte ist COPECAFE. Im Jahr 2008 gründete eine Gruppe von 24 Menschen mit Unterstützung des nationalen Kooperativen-Instituts INACOP eine Spar- und Kreditgenossenschaft. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten auch Frauen, die sich bereits in der landwirtschaftlichen und gemeinschaftlichen Arbeit engagierten. 2009 wurde die Kooperative mit Sitz in Quetzaltenango offiziell gegründet. Ihr Ziel war es, die wirtschaftliche Situation ihrer Mitglieder und die Lebensbedingungen ihrer Familien zu verbessern.
Seitdem spielen Frauen innerhalb der Kooperative eine aktive Rolle. Sie bauen Kaffee an, wirken an seiner Aufbereitung mit, beteiligen sich an der Produktion von Honig und Panela und engagieren sich in Organisation sowie fachlicher Weiterbildung.
Hier bekommt Selbstbestimmung eine greifbare Bedeutung: durch die eigene Arbeit, Wissen und Verantwortung neue Perspektiven aufzubauen. Es geht darum, dass Frauen ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, Einkommen erwirtschaften und die Zukunft der eigenen Familie mitgestalten.
COPECAFE schafft somit wirtschaftliche Chancen für Familien – insbesondere für Frauen, die ihre Lebensumstände verbessern möchten, ohne dafür ihre Heimat verlassen zu müssen. Kaffee wird damit zu einem Stück Zukunft und der Ausdruck „Café de Mujeres“ bekommt eine tiefere Bedeutung.

Es geht nicht nur darum, dass Frauen Kaffeekirschen pflücken, sondern darum, dass ihre tägliche Arbeit als Teil der Wertschöpfung sichtbar wird.
Zwölf Frauen, deren Arbeit sichtbar wird
Der Ausdruck „Frauenkaffee“ klingt zunächst wie eine Produktkategorie. Doch beim Café de Mujeres bekommt er eine andere Bedeutung, weil die Produzentinnen tatsächlich benannt werden können. Da sind Orfa und Oralia, Sara und Deris, Silvia und Silvestra, Martina, Jennifer, Juana, Olga, María und Estela. Ihre Namen sind für das Lot CDM251 dokumentiert und machen seine Herkunft konkreter.
Über ihre individuellen Lebensgeschichten wissen wir nicht alles – und genau das sollte man auch respektieren. Wir wissen nicht, wie jede einzelne von ihnen ihren Tag beginnt, wie ihre Familie aussieht oder welchen Weg sie täglich zu ihrer Parzelle zurücklegt. Solche Geschichten wären schön zu erzählen, aber sie wären nicht belegt.
Was wir jedoch wissen, ist bereits stark genug: Die Frauen von Santo Domingo bewirtschaften ihre Parzellen, führen ihre Familien und engagieren sich in der Kooperative. Sie sind aktiv am Kaffeeanbau und an der Aufbereitung beteiligt. Ihre Arbeit ist ein Teil des Weges, auf dem aus handverlesenen Kaffeekirschen ein sorgfältig aufbereiteter Spezialitätenkaffee wird.
Dass dieses Lot zu 100 Prozent von Frauen erzeugt wurde, ist nicht bloß eine Behauptung. Die Erzeugung durch Frauen wurde durch eine Vor-Ort-Prüfung von Kiwa BCS Costa Rica bestätigt. Die Kontrollen, Berichte und Bio-Zertifikate von Kiwa werden von Regierungseinrichtungen als zuverlässiger Nachweis anerkannt, dass die europäischen Gesetze und Vorschriften eingehalten werden.
Dadurch bekommt Nachhaltigkeit ein Gesicht – kein erfundenes Gesicht, sondern eines einer nachweisbaren Produzentinnen-Struktur.

Vielleicht verändert genau das unseren Blick auf Kaffee. Denn normalerweise sehen wir nur das Ende der Geschichte: Eine Packung steht im Regal, Bohnen liegen in der Mühle, Wasser läuft durch den Filter. Der Anfang ist längst in den Hintergrund gerückt. Beim Café de Mujeres können wir ein Stück dieses Anfangs zurückholen.
Ein Morgen in den Bergen und der Weg der Kaffeekirsche
Die eigentliche Arbeit beginnt lange bevor jemand die fertigen Kaffeebohnen mahlt.
In La Libertad werden die Kaffeekirschen von Hand geerntet. Die reifen Früchte werden sorgfältig ausgewählt, gepflückt und anschließend weiterverarbeitet. Für das Lot CDM25-1 kommt eine gewaschene Aufbereitung zum Einsatz: Die Kirschen werden zunächst in Betonbecken präzise fermentiert – ein entscheidender Schritt für das spätere Geschmacksprofil. Anschließend wird der Kaffee mit sauberem Wasser gewaschen.

Danach beginnt die Trocknung. Und wieder spielt die Sonne eine wichtige Rolle: Der gewaschene Kaffee trocknet vollständig natürlich in der Sonne und an der frischen Luft von La Libertad. Terrassen und Höfe werden dabei zu Trocknungsflächen, auf denen die Bohnen sorgfältig verteilt und während des gesamten Trocknungsprozesses gepflegt werden.
Erst wenn der Kaffee ausreichend getrocknet ist, wird jede Partie erfasst und klassifiziert. Anschließend gelangt sie zu FECCEG, wo weitere Qualitätskontrollen erfolgen. Der Qualitätsweg beginnt bereits auf den Parzellen der Produzentinnen und setzt sich über Verarbeitung, Lagerung und Qualitätslabor fort.
Hier wird sichtbar, wie viele kleine Entscheidungen in einer Tasse Kaffee stecken: Die Auswahl der richtigen Kirsche, die sorgfältige Aufbereitung, Aufmerksamkeit während der Fermentation und Geduld beim Trocknen.
Die Bohne, die später herrlich duftet, hat bereits eine lange Reihe von Händen, Entscheidungen und Kontrollen hinter sich. Das ist eine Seite von Kaffee, die beim ersten Schluck nur wenige bedenken.
Wo Sorgfalt über Charakter entscheidet – was nach der Ernte passiert
Mit dem Trocknen endet der Weg dieses Kaffees noch nicht. Jede Partie wird erfasst, klassifiziert und für die weitere Qualitätskontrolle an die Strukturen der Dachorganisation FECCEG (Federación Comercializadora de Café Especial de Guatemala) übergeben.
Die Fairtrade-zertifizierte Vereinigung verfügt über eine Trockenaufbereitungsanlage und ein Kaffeelager in Quetzaltenango. Dort werden Spezialitätenkaffees von Fremdmaterialien befreit, aufbereitet, sortiert und auf Qualitätsfehler kontrolliert.
Das klingt technisch – und ist es natürlich auch. Doch hinter dieser Technik steht eine einfache Idee: Die Arbeit, die auf der Finca beginnt, soll auf ihrem weiteren Weg nicht verloren gehen. Eine sorgfältig geerntete Kaffeekirsche soll nicht durch mangelnde Kontrollen auf den nächsten Stationen an Qualität einbüßen.
FECCEG beschreibt außerdem ein modernes Nassaufbereitungszentrum in Joyabaj, das Familien bei der Verarbeitung unterstützt, Kosten und Risiken reduzieren und einen schnelleren Zahlungsfluss ermöglichen soll. Die Anlage arbeitet mit einem System zur Verringerung des Wasserverbrauchs und zur Wiederverwertung der sogenannten „aguas mieles“ – Prozesswasser, das bei der Kaffeeaufbereitung entsteht.
Wichtig ist dabei: Dieses Zentrum ist eine FECCEG-Struktur und nicht die individuelle Farm einer der zwölf Produzentinnen aus Santo Domingo. Deshalb sollte es nicht als direkter Verarbeitungsschritt dieses konkreten Lots dargestellt werden.
Trotzdem erzählt es etwas Wichtiges über die Strukturen hinter dem Kaffee: Nachhaltigkeit entscheidet sich nicht allein daran, wie eine Pflanze wächst. Sie zeigt sich auch darin, wie Kaffee verarbeitet, transportiert, vermarktet und wirtschaftlich sinnvoll gehandhabt werden kann.

Huehuetenango in jeder Tasse – eine Landschaft, die man schmecken kann
Vielleicht ist das der Moment, an dem die Reise zurück in die Tasse führt.
Der Café de Mujeres wird als sauberer und ausgewogener Kaffee mit heller, lebendiger Säure und seidigem Körper beschrieben. Im Nachgang bleibt eine süße, zitrusbetonte Note.
Das Aromenspektrum reicht von Schokolade, Orange und rotem Apfel über Honig und Mandarine bis hin zu Vanille, floralen Nuancen, Panela, Pfirsich und Karamell.
Nicht jede dieser Noten muss man jedoch bei jedem Schluck bewusst erkennen. Vielleicht reicht schon der Gedanke daran, dass Geschmack immer auch eine Herkunft besitzt. Orange und Mandarine wecken Assoziationen von Frische. Honig und Karamell verleihen dem Profil eine weiche Süße. Schokolade gibt ihm eine vertraute Tiefe, während florale und fruchtige Nuancen den Kaffee lebendig halten.
Und plötzlich bekommt Huehuetenango eine sensorische Seite.

Die Region ist nicht mehr nur ein Punkt auf der Karte. Sie wird zu etwas, das du dir beim Trinken vorstellen kannst: Berge, Kaffeeplantagen, feuchte Waldlandschaften, kleine Parzellen in großer Höhe – und Frauen aus Santo Domingo, die ihre Kaffeepflanzen sorgsam pflegen, die reife Kirschen auswählen und damit diesem Kaffee einen unverwechselbaren Charakter geben.
Nachhaltigkeit mit Beweis: Wenn Bio, Fairtrade & Frauenförderung zusammenkommen
Die Geschichte dieses Kaffees braucht keine großen grünen Versprechen. Sie lässt sich an konkreten Anhaltspunkten nachvollziehen.
Das Lot ist biozertifiziert. Die Erzeugung als Frauenkaffee (Café de Mujeres) wurde durch eine Vor-Ort-Prüfung bestätigt. Hinter dem Lot steht mit FECCEG eine Fairtrade-zertifizierte Dachorganisation, die Kooperativen in mehreren Regionen Guatemalas zusammenführt.
FECCEG beschreibt zudem Qualitätskontrollen entlang des Kaffeeprozesses sowie Initiativen rund um regenerative Anbaumethoden, Rückverfolgbarkeit und nachhaltigkeitsbezogene Maßnahmen.
Für die Frauen sowie junge Produzentinnen und Produzenten geht es dabei auch um Zukunftsperspektiven. FECCEG und der Importeur Caventura arbeiten an einem Programm, das unter anderem Schulungen zu regenerativen Anbaumethoden sowie die Förderung von Frauen und jungen Menschen vorsieht.
So sollen sie langfristig darin gestärkt werden, Verantwortung und Führungsrollen in ihren Gemeinden zu übernehmen. Auch Rückverfolgbarkeit und Menschenrechte innerhalb der Lieferkette gehören zu wichtigen Themen.
Das ist eine andere Form von Nachhaltigkeit als ein hübsches Wort auf einer Verpackung. Ein Siegel allein erzählt noch keine Geschichte. Ein Name ebenfalls nicht, aber wenn Namen, Herkunft, Zertifizierung, Kooperative und konkrete Programme zusammenkommen, wird aus einem Nachhaltigkeitsversprechen eine deutlich nachvollziehbare Geschichte.
Bewusster Kaffeegenuss beginnt genau hier
Am Ende steht wieder eine ganz alltägliche Handlung: Du öffnest die Packung und mahlst die Bohnen.
Vielleicht hörst du auf das Geräusch der Mühle und kurz darauf steigt der Duft des frisch gemahlenen Kaffees auf. Wasser trifft auf das Kaffeemehl, der Duft wird intensiver, und irgendwann steht die fertige Tasse vor dir.
Und genau dieser Moment beginnt hoch oben in Huehuetenango, im Dorf Santo Domingo, in der Gemeinde La Libertad – in einer Landschaft zwischen Bergen, Flüssen und Wald.
Dieser Moment führt dich auf die Parzellen der Frauen, die diesen Kaffee mit Liebe und Sorgfalt anbauen. Er führt zur Kooperative COPECAFE R.L. und zur Fairtrade-zertifizierten Dachorganisation FECCEG, die Qualität, Rückverfolgbarkeit und den Weg des Kaffees begleitet.

Und er führt zu all den Arbeitsschritten, die aus einer Kaffeekirsche einen sorgfältig aufbereiteten Spezialitätenkaffee machen.
Und irgendwo auf diesem Weg stehen zwölf Namen: Orfa, Oralia, Sara, Deris, Silvia, Silvestra, Martina, Jennifer, Juana, Olga, María und Estela. Nicht als dekorative Namen für eine schöne Geschichte, sondern als Produzentinnen, deren Arbeit Teil dieses Kaffees ist und deren Rolle als Frauen in der Erzeugung dokumentiert wurde.
Vielleicht ist das die eigentliche Bedeutung von „Nachhaltigkeit mit Beweis“: Nicht, dass ein Kaffee behauptet, die Welt zu verändern, sondern dass er zeigt, woher er kommt, wer an seinem Ursprung steht und welche Strukturen diese Menschen auf ihrem Weg begleiten.
So wird aus einem Herkunftsland ein konkreter Ort, aus „Frauenkaffee“ werden Menschen, aus einer Kaffeebohne wird ein Stück Handwerk – und aus einer Tasse wird für einen Moment ein Blick hinüber nach Guatemala, nach Santo Domingo, nach Huehuetenango.
Dorthin, wo Kaffee in den Hochlagen wächst und zwölf Frauen dieser Herkunft ein Gesicht geben.


